Community Camp Berlin 2015 – Mein Rückblick

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Kommunikation / Social Media / Web
Der Start des Community Camps Berlin 2015 Foto: Michael M. Roth, MicialMedia

Ein Recap zum Community Camp Berlin 2015 soll es also sein. Der Neustart. Das Wiederaufleben. Ein neuer Versuch mehr und weniger regelmäßig etwas in digitaler Form zum Besten zu geben. Thematisch divers, vielleicht mit Tendenzen. Je nachdem was mich gerade so interessiert. Aber zum Start der Rückblick #ccb15.

Community Camp Berlin 2015 – Nummer Zwei

Community Camp 2015 in Berlin- mein Zweites. Mein erstes Mal in 2014 hat mich überzeugt, also wurde ich Wiederholungstäter. Eifrig wurde dem Beginn des Kartenverkaufs entgegengefiebert und als es endlich soweit war wurde nicht lange gefackelt. Anschließend hieß es warten, bis dann vergangenen Woche (bei erscheinen des Artikels eher vor 1 ½ Wochen) das Klassentreffen der Social Media und Community Manager seine Pforten öffnete.

Los ging es am Samstag laut Zeitplan um 9h00. Gefühlt viel zu früh. Der Blick in die Gesichter verriet mir, ich war nicht der einzige der so dachte. Andererseits würde ein späterer Start gute Traditionen wie das Gruppenvorstellen und die Sessionpitches gefährden. Von daher kann man auch ruhig am Wochenende einmal etwas früher aufstehen.  Zum Glück gab es wieder fantastischen Kaffee von sonntagmorgen.com und so startete alles mit zwei Tassen brasilianischen Kaffee.

Nach einer kurzen Begrüßung durch das Orga-Team ging es auch prompt in die Vorstellungsrunde. 300 angemeldete Gäste. Das größte Community Camp bisher. Jeder stellt sich persönlich vor. Okay, nicht jeder. Wie man das so kennt, setzt bei vielen wenn es „Vorstellungsrunde“ heißt der Fluchtreflex ein und so stellen sich dann doch nie wirklich alle vor. Ich habe mich brav in die Reihe gestellt und im entscheidenden Moment vor mich hin gestammelt: „Steffen, #irgendwasmitmedien #unternehmenskommunikation, #masterarbeit.

Direkt im Anschluss folgten die Sessionpitches des ersten Tages. Das Sessionboard füllte sich zügig mit reichlich interessanten Themen. Schnell noch ein Foto machen und schon musste man sich entscheiden welche Sessions denn nun besucht werden. Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Im Folgenden findet ihr meine two cents zu den Sessions die ich beim Community Camp 2015 besucht habe. Ohne Unterteilung nach Samstag/Sonstag. Sofern möglich habe ich euch Links mit eingebaut die entweder tiefer in das Thema eintauchen lassen, eigene Blogbeiträge verlinken oder Impulse aus den Sessions aufgreifen. Ihr habt Ergänzungen? Prima ab damit in die Kommentare. Und jetzt musst du dich entscheiden: Entweder du liest alles, oder du springst von ihr zu dem Thema was dich am meisten interessiert.

Geschäftsmodell YouTube
Sanktionen bei Hass
Grundlagen von Kommunikation
Social Collaboration
Echtzeitmarketing bei Sixt
Work Life Balance für Social Webber
Influencer Marketing
Branded Communities – Power to the Community
Mit Lego mehr Community Engagement
Fazit

Geschäftsmodell YouTube

Christoph (@christophjanke) lud zum Talk über das Geschäftsmodell bei YouTube. Dabei ging es vor allem um die YouTuber und wie sie auf der Videoplattform ihre Brötchen verdienen. Die Basics fielen schnell und so kamen die üblichen Verdächtigen AdSense, Product Placements, Affiliates und Werbebanner recht schnell zur Sprache. Auch dass sich viele professionelle YouTuber mittlerweile in Netzwerken wie Tube One, Studio 71 oder Mediakraft zusammenschließen blieb nicht unerwähnt.

Interessanter wurde es bei den Möglichkeiten die vielleicht noch nicht so verbreitet sind. Das sind zum einen das gerade vor kurzem gestartet YouTube Red oder aber auch Spenden. In der Diskussion um die alten und neuen Möglichkeiten blieben für mich zwei Learnings hängen:

  • Um zukünftig erfolgreich zu sein muss ein Kanal noch stärker als Marke aufgebaut werden
  • und nur wer seiner Zielgruppe exklusiven und passgenauen Content liefert wird auch weiterhin auf YouTube Geld verdienen können.

Diese Kriterien hört man durch aus an mehreren Ecken im Online Marketing, trotzdem war es an dieser Stelle interessant, da es immer mehr Leute auf YouTube gibt die auch Erträge mit Spenden machen. Man kennt das von Flattr wo man für gute Blogartikel bezahlen kann oder auch Twitch wo Spenden von Anfang an eine große Rolle gespielt haben. Die Marke eines Kanals und der Content wird hier deshalb so enorm wichtig, weil er das Verkaufsargument schlechthin ist. Kein geiler exklusiver Content, keine Einnahmen. So einfach.

Besonders witzig und eher zum Ende der Session kam noch ein ganz anderes Geschäftsmodell zur Sprache. Auf den Punkt gebracht könnte man es Curated YouTube nennen. Zusammengefasst funktioniert das so: Man wühlt sich durch die Milliarden von Videos und wählt zu einem bestimmten Thema die besten aus und präsentiert sie via Einbettung auf einem Blog. Zum Beispiel die fünf besten Make Up Tipps aus Oktober. Das Ganze versieht man dann mit ein paar Affialiate Links und ab geht’s. Besonders reizvoll aus Markensicht finde ich an dieser Stelle das man so im Prinzip mit YouTube Stars arbeiten kann ohne wirklich mit ihnen zu arbeiten. Solange Videos auf externen Webseiten eingebunden werden können, lassen sich so meiner Meinung nach lustige Dinge anstellen.

Insgesamt ein schöner Talk mit ein paar guten Impulsen. Wer weitere Details zum Thema YouTube und Geld verdienen, bzw. dazu haben möchte wie YouTube Stars Geld verdienen dem sein auch der folgende Talk der re:publica aus diesem Jahr ans Herz gelegt:


Die Slides von Christoph gibt es übrigens hier: http://de.slideshare.net/ChristophJanke/geschftsmodell-youtube

 

Sanktionen bei Hass

Eine ebenfalls sehr gute Session gab es moderiert von Sven (@seanlhiver). Aktueller den je, ging es hier um den Umgang mit Hasskommentaren (Neudeutsch Hatespeech) in Communities oder Kommentarfelder. Auch wenn ich momentan keine Community betreue, durchaus interessant mit was sich CM‘s rum ärgern müssen. Vom Hobbytroll bis hin zum ausgewachsenen Nazi ist alles dabei.

Viele konnten von Erfahrungen in Bezug auf die aktuelle Flüchtlingskrise berichten und so wurde sich über verschiedenste Strategien im Umgang mit unerwünschten Beiträgen ausgetauscht. Schön zu hören war dabei, dass es durchaus Communities gibt die Störenfriede durchaus selbstständig klein halten können und Verstöße gegen die eigenen Regeln von innen heraus benannt und verurteilt werden. Für die Community Manager ist dabei das Vertrauen in ihre Community enorm wichtig.

Leider wurde auch von einer weiterhin abnehmenden Hemmschwelle berichtet was den „Härtegrad“ der Kommentare betrifft. So gibt es mittlerweile immer mehr Fälle in denen Kommentare den Straftatbestand erfüllen. Einhelliger Konsens war hier: Löschen, Beweise sichern und zur Anzeige bringen. Denn was viele heute mittlerweile vergessen ist, dass auch auf der anderen Seite Menschen sitzen. Nur weil sie nicht direkt vor einem stehen ist das noch lange kein Grund für verrohenden Kommentare.

Viele an der Session beteiligte stimmten zu, dass die Meinungsbildung gerade zu aktuellen Themen momentan nur schwarz und weiß kennt. Hassmails die an die Community Manager gehen, weil sie einen Beitrag gelöscht haben, kommen mittlerweile auch aus allen Lagern. Dabei kann man die Absender mitunter austauschen, der schlechte Stil bleibt. Meiner Meinung nach wird es Zeit wieder sachlicher zu diskutieren. Ein Stück zurück gehen und ganz wichtig Wertungen vermeiden. Respekt und Toleranz anderen Menschen gegenüber sollte die Basis bilden.

Wer wissen möchte welche Methoden zur Eindämmmung von Kommentaren oder Beiträgen noch so diskutiert wurden, der schaut im gutefrage.net Blog vorbei wo Sven die Session Sanktionen bei Hass verbloggt hat.

Heiße Diskussion um Sanktionen bei Hass Foto: Michael M. Roth, MicialMedia

Heiße Diskussion um Sanktionen bei Hass Foto: Michael M. Roth, MicialMedia

Grundlagen der Kommunikation

Bevor das Community Camp in die Mittagspause gestartet ist, hat es mich noch in die Session von Ingo (@scytto) verschlagen. Ja, Grundlagen der Kommunikation sollten bei mir eigentlich aus dem Effeff kommen, aber man weiß ja nie und manchmal lernt man ja trotzdem was dazu.

In gemütlicher Runde tauschte man sich über die Klassiker wie das Sender – Empfänger- Modell von Shannon und Weaver und das 4 Ohren Prinzip vom Schulz von Thun aus. Tatsächlich beides Modelle die wohl jeder der irgendwas mit Kommunikation macht oder plant für sich verinnerlicht haben sollte. Ingo hat ein paar plastische Beispiele gebracht und alle waren zufrieden.

Mein Impuls aus dieser Session: der vorgestellte TEDx talk von Simon Sinek zum Golden Circle. Klar wissen wir alle das die Märkte gesättigt sind und man Produkte nicht mehr nur über deren Nutzen verkauft. Emotionen sind das A und O. Natürlich muss auch die Message an sich passen. So gut wie in diesem Talk auf den Punkt gebracht, findet man es dann trotzdem eher seltener. Hier gibt es eine uneingeschränkte Anschauempfehlung:

Die Praktische Mittagspause

Am Samstag um die Mittagszeit war ich dann mit Borris verabredet. Denn wie der Zufall es so will, hat ein paar Tage vor dem Community Camp 2015 jemand mit mäßigem Erfolg versucht vor meinem Auto einzuparken. Das Resultat eine deftige Schramme an der vorderen Stoßstange. Parkschaden nennt man das.

Da die Zeit rar ist und Borris mit ihr-gutachten.com ein Business am Start hat was sich genau um solche Fälle kümmert, haben wir uns so verabredet, dass wir zwischen den Sessions einfach ein Gutachten aufnehmen damit das alles wieder in Ordnung kommt.

Normalerweise regelt er oder sein Team es so, dass ein Gutachter vor Ort erscheint. Man würde sich also unnötige Wege sparen und es kommt jemand zu Hause oder auf der Arbeit vorbei um das Gutachten aufzunehmen. Da ich aber wusste das wir uns eh sehen haben wir das schöne mit dem praktischen verbunden.

 

Social Collaboration

Eine ebenfalls sehr interessant Session gab es von Judith (@inklusiv). Sie hat uns vom #ESN (Enterprise Social Network) der Telekom berichtet. Und davon, dass sie vielleicht die Weltformel für Social Collaboration haben. Im ersten Teil ging vor allem darum, warum sich Unternehmen auch intern mit Sozialen Netzwerken beschäftigen sollten, bzw. warum es nicht sinnvoll ist, sich vor den Trends die außerhalb des Systems Unternehmen stattfinden zu verschließen.

Die Metapher die mir besonders hängengeblieben ist, war die, dass das verschlafen „Disruptiver Technologien“ einem Schubs vom Boot gleichzusetzen ist. Prominente Beispiele dafür sind unter anderem Nokia, Kodak oder die Entwicklung von SMS hin zu WhatsApp. Solche Veränderungen gab es auch auf anderen Ebenen. Dank modernen Technologien gab es einen Switch und es war nicht mehr interessant wie der Einzelne etwas findet, sondern wie es bei der Gemeinschaft ankommt.

Für die Telekom bildet das #ESN die Basis für die Unternehmenskommunikation. Das Mitarbeiter eines Unternehmens der erste Marketingkanal sind, den ein selbiges besitzt, steht in jedem Lehrbuch, warum dann also nicht von Anfang an mit ihnen auf Augehöhe zusammenarbeiten? Dinge die innerhalb des ESN wichtig sind, sind unter anderem:

  • Die Frage: Was bewegt gerade unsere Mitarbeiter?
  • Gleichrangigkeit von Informationen, am Anfang sind alle Infos vom gleichen Rang lediglich ein Tagging System sortiert hier
  • Freiheit – im Sinne von nicht Begrenzung auf Business Themen; würden man nur formelle Informationen zulassen würde das Netzwerk keine Fahrt aufnehmen

Beachtet man alle wichtigen Punkte so entsteht vielleicht die Weltformel für Social Collaboration. Judith stellt sie sich in etwa so vor:

Social Collaboration = (Working out loud * können|dürfen|wollen + Relevanz) * > 1

Macht Sinn. Working out loud beinhaltet das sichtbar machen seiner Arbeit. Da hängt auch viel Wissensmanagement drin, aber der Kern sollte sein Mitarbeiter dazu zu bewegen, dass sie über das was sie tun berichten. Ort für diese Berichterstattung sollte dann natürlich das ESN sein.

Dieses wird dann Multipliziert mit: können (hat der Mitarbeiter die technischen Möglichkeiten), dürfen (darf der Mitarbeiter überhaupt über seine Arbeit erzählen) und wollen (natürlich muss der Mitarbeiter auch dazu bereit sein sich mitzuteilen). Letztendlich wird noch die Relevanz addiert, denn ist es nicht wichtig interessiert es auch keinen, wobei hier natürlich subjektive Präferenzen eine Rolle spielen.

Am Ende steht noch einmal die Multiplikation von einer Zahl größer als eins. Hier verstecken sich die Mitarbeiter. Logisch das man für Zusammenarbeit mehr als einen Mitarbeiter braucht, aber nur so macht die Formel auch Sinn. Alles richtig betrachtet entsteht im Ergebnis Social Collaboration.

Bei der Frage wie man das nun Umsetzt hat Judith noch einen kurzen Einblick in das Change Management gegeben und uns berichtet warum alle durch den Keller müssen, da das hier jetzt aber den Rahmen sprengen würde gibt es dazu nur diesen Tweet zur Visualisierung:

 

Echtzeit Marketing bei Sixt

Christoph (@OnlineSein) hat ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert und den Anwesenden spannende Cases von Sixt mitgebracht. Dabei ging es vor allem um die Echtzeit Maßnahmen die bei ihm auf Arbeit so gefahren werden. Viel Erleichterung war herauszuhören als Christoph vom Sixt Geschäftsführer berichtet hat und uns erzählte, dass dieser sehr offen ist was neue Marketing Maßnahmen betrifft. Christoph hat das in einer tollen Metapher beschrieben: Sixt strebt an der Leuchtturm zu sein. Hä, Leuchturm?

Zu Seefahrerzeiten sind viele Schiffe an den Küsten zerschollen. Also musste man etwas unternehmen. Es entstanden die ersten Leuchttürme und die Schiffe fanden wieder in den Weg in den Hafen. Leider hat sich der Erfolg der Leuchttürme schnell herumgesprochen und Strandpiraten entfachten große Lagerfeuer am Strand, ahmten also die Leuchttürme nach, um so die Schiffe wieder Richtung Küste zu locken. Damit die Schiffe wieder sicher in den Hafen finden, musste also das Licht der Leuchttürme heller werden.

Im Marketing ist es genauso. Einer fängt mit einer guten Idee an und viele machen es einfach nach. Um Trotzdem für die Zielgruppe relevant zu bleiben, muss man dann wieder heller zu leuchten als alle anderen.

Die detaillierte Beschreibung einzelner Cases spare ich mir an der Stelle und gebe nur ein paar Stichworte. Sixt greift regelmäßig aktuelle Themen aus den Nachrichten auf und verpackt sie in teils sehr gelungenen Anzeigen. Dabei ist Aktualität besonders wichtig. Um hier schnell und flexibel agieren zu können ist das Netzwerk aus Partnern enorm wichtig. Nur mit kurzen Abstimmungswegen ist man in der Lage so etwas umzusetzen.

Sixt hat als eine der ersten Firmen in Deutschland Werbung auf Tinder gemacht. Dabei wurde einfach ein Profil angelegt mit einer netten Dame vom Verleihstand die mit Autoschlüsseln wedelte. Dieser Kanal wurde dann tatsächlich ein Wochenende lang von einem echten Mitarbeiter betreut und es entstanden wohl recht witzige Dialoge. Natürlich war das nach den Tinder AGB nicht wirklich erlaubt und so war das Learning dieser Session: Macht man Kampagnen die mit den AGB’s eines Sozialen Netzwerkes nicht ganz übereinstimmen – gerne mal am Freitagnachmittag damit starten!

Was im Tinder Case drin steckt, entdeckt man auch wenn man Sixt auf Snapchat sieht. Man will neue Kanäle nicht einfach nur liegen lassen, sondern ist bereit durch probieren herauszufinden ob das vielleicht etwas für die Zukunft sein könnte. In Zeiten in denen wir wissen das die Jugend nicht mehr zu Facebook kommt (siehe auch Snapchat für Einsteiger) sondern sich woanders herumtreibt meiner Meinung nach durchaus die richtige Entscheidung. Zusammengefasst und in Verbindung mit der Metapher war das Statement von Christoph: Sei First Mover

 

Snapchat für Einsteiger

Wohl eine der witzigsten Sessions beim Community Camp 2015 gab es von Djure (@50hz). Er hatte sich bereit erklärt die Funktionen von Snapchat einmal grundlegend zu erklären. Nein nicht aus Marketingsicht – nur wie die App funktioniert.

Snapchat Einsteiger in Aktion Foto: Michael M. Roth, MicialMedia

Snapchat Einsteiger in Aktion Foto: Michael M. Roth, MicialMedia

Es enthält schon sehr viel Ironie, wenn ein Raum gefüllt mit 40 vermeintlich digitalen Menschen, die im besten Fall Geld in/mit diesem Internet verdienen, auf einmal dasitzen, wild auf ihrem Smartphone tippen und teilweise am Verzweifeln, teilweise am Kaputtlachen sind. Schön, die fragenden Blicke zum Sitznachbar ob er denn die Filter gefunden hat.

Neben dem ganzen Spaß zeigt es aber auch ganz deutlich wie sich die Welt weiterentwickelt. Klar jetzt ist Facebook noch das große Ding aber wie lange noch? Sehr zu empfehlen zu dieser Thematik ist dieser Talk von der Media Convention 2015:

 

Work Life Balance für Social Webber

Eine kleine aber feine Session bei der sich darüber ausgetauscht wurde was denn Work Life Balance für jeden überhaupt ist und welche Tipps und Tricks es denn vielleicht gibt um den Tagesablauf besser zu gestalten.

Im Ergebnis steht für mich, dass Work Life Balance erstmal mit einer gesunden Prise Selbstreflektion beginnt. Nur wenn man weiß wo der Schuh drück kann man dagegen Abhilfe schaffen. Schön an der Session war, dass es trotzdem aus der Gruppe heraus ein paar Tipps gab die man durchaus so weitergeben kann:

  • Herausfinden was einem wichtig ist, bzw. welche Momente sind einem wichtig und dort dann Prioritäten setzen
  • Auspowern um den Kopf frei zu bekommen z.B. beim Sport
  • Temporäres Abschalten von Störern, z.B. Seiten blocken, Internet abschalten
  • Grenzen Schaffen zwischen Arbeit und Privat

Gerade beim Thema Grenzen schaffen kann es für Leute im Homeoffice schwierig sein. Es gibt keinen Arbeitsweg und somit ist Arbeit und Privat immer miteinander vermischt. Abhilfe kann hier ein Spaziergang vor und nach der Arbeitszeit bringen. Quasi die Simulation des Arbeitsweges.

Am Ende bleibt es doch ein sehr persönliches Thema. Digitale Devices haben unser Leben und unsere Kommunikation verändert. Was wir jetzt damit machen hängt auch von uns und vor allem unserer Selbstdisziplin ab. Wie weit wir uns zu Geiseln der Technik machen wollen hängt stark von uns selbst macht. Damit ist wohl der größte Rat regelmäßig zu überprüfen ob man wirklich immer Online sein muss oder ob man dadurch bewusstes Wahrnehmen der „offline“ Welt verlernt und damit vielleicht wichtige Dinge verpasst.

 

Influencer Marketing

Katja (@Katjaconfort) hat zu einer Session über Influencer Marketing geladen und ein großer Teil der Community Camp Besucher sind ihr gefolgt. Es wurde gemeinsam „gebrainstormed“ was denn beim Influencer Marketing wichtig ist und wo es sich vielleicht abgrenzt.

Aus der Gruppe gab es tolle Beiträge, so wurde unter Anderem berichtet, dass man viel mehr Ressourcen in die Recherche nach den richtigen Influencern setzen sollte. Denn mitunter geht es eben nicht nur um Reichweite. Hier wurde dann eine klare Abgrenzung zwischen Influencer und Testimonial gezogen.

Will man richtiges Influencer Marketing betreiben, so war die Mehrheit der Meinung, dass dies nur auf Augenhöhe stattfinden kann.  Die Zeiten in denen man den entscheidenden Leuten einfach vorsagt was sie über Produkte zu berichten haben sind lange vorbei. Viel wichtiger ist es heute die Authentizität hoch zu halten und das klappt nicht mit Werbepüppchen.

Um den richtigen Influencer für eine Kampagne zu finden lohnt es sich auch innerhalb der entsprechenden Community Aktiv zu sein. Nur so wird wirklich vertrauen aufgebaut. Für das Unternehmen ist so auch viel leichter herauszufinden, ob die Person überhaupt zum entsprechenden Produkt passt. Dabei sollte man sich vor allem die Frage stellen wie Glaubwürdig ist eine Person zum Zeitpunkt der Kampagne und wie Glaubwürdig ist sie danach. Das Internet vergisst nicht und was wäre schlimmer als ein Influencer der während der Kampagne das Produkt lobt um anschließend doch den Konkurrenten besser zu finden. Das richtige Timing ist also auch ein entscheidender Faktor.

Ebenfalls sollte man nicht mit komplett fertigen Kampagnen auf die Influencer losgehen. Hier empfiehlt es sich Räume zu lassen, umso die entsprechenden Partner an der Gestaltung teilhaben zu lassen. Nur so wird wirkliche Authentizität möglich. Denn wir alle wissen, für das was wir selbst mit entwickelt haben stehen wir einfach mehr ein. Außerdem kennen die Größen der Szene ihre Zielgruppe ganz gut und können wichtige Insights geben was funktioniert und was nicht.

Interessant war eine Diskussion kurz vor Ende der Session in der es darum ging das die Community auch immer fordernder wird. Es hat sich mittlerweile herum gesprochen das Unternehmen mit interessanten Leuten im Internet zusammenarbeiten und so häufen sich die Anfragen in den Marketingabteilungen: „Hi ich bin […] und ich starte demnächst mit meinem YouTube und Instagram Kanal! Das wird Mega ich mache da Produktvorstellungen und anderen interessanten Kram. Wollt ihr mich nicht sponsern?“ Hier zeichnet sich ab, dass in Zukunft die Beziehung zwischen Community, Influencern und Unternehmen neu ausgelotet werden. Das wird interessant in welche Richtung sich das entwickeln wird und wie sich die „Machtverhältnisse“ hier verteilen werden.

Als Abschluss bleibt hängen: Respektvoller Umgang miteinander ist die Grundlage für eine langfristige Beziehung und je komplexer ein Produkt oder eine Kampagne ist, desto komplexer wird die Suche nach dem richtigen Influencer.

Die Slides der Session hat Katja hier abgelegt: http://de.slideshare.net/KatjaTrost/influencer-marketing-ccb15

 

Branded Communities – Power to the Community

Max (@mrunger) und Samuel (@karlchenkarl) haben eine Session über die Vorteile von Branded Communities gehalten. Die Grundfrage dabei ist lohnt es sich als Marke oder Unternehmen eine eigene Community Plattform aufzubauen und welche Benefits man als Unternehmen daraus ziehen kann.

Die Basis für diese Überlegungen ist ein Blick auf den Customer Lifecycle. Welche Stationen durchläuft ein Kunde und wo gibt es Anknüpfpunkte. Die Idee ist hier das Feld nicht nur den etablierten Social Networks das Feld zu überlassen, denn so ergibt sich immer eine Abhängigkeit.

Viel sinnvoller wird es, wenn man die alle Sozialen Kanäle zusammenführt und die Branded Community als Hub benutzt. So lässt es sich dichter am Kunden entwickeln. Denn schließlich gibt es zwischen dem eigenen Produkt und den letztendlichen Usern starke Wechselwirkungen. Lässt man die Community also an der Entwicklung teilhaben so ist die Chance relativ groß ein für sie passenderes Ergebnis zu bekommen.

Ein Faktor den man sich bewusst machen sollte ist jedoch die geforderte Geschwindigkeit. Nur wenn man in der Lage ist die von der Community gemachten Vorschläge auch zeitnah umzusetzen, wir die Zusammenarbeit ein Erfolg. Ist man dazu nicht in der Lage oder gestalten sich die internen Prozesse als zu schwierig sollte man genau überlegen ob dann die Einrichtung einer Branded Community nicht sogar einen gegenteiligen Effekt haben kann.

Die Slides der beiden gibt es hier: http://de.slideshare.net/maxunger/power-to-the-community-session-vom-community-barcamp-ccb15

 

Mit Lego mehr Community Engagement

Oliver (@oliverberger o. @bricktopia) hat zum Lego-Talk geladen und wie es sich für Leute die was mit diesem Internet machen gehört, war die Hütte voll. Die erste Frage ins Publikum war, wer denn selbst noch mit Lego spielt, durchaus einige. Beeindruckender war jedoch die Resonanz auf die Frage wer Lego kennt, so ziemlich jeder. Das tolle dabei ist, dass die Assoziationen die man mit Lego hat überwiegend positiv sind, das wurde sogar schon wissenschaftlich nachgewiesen.

Nachdem Oliver uns einen kurzen Einblick gegeben hat wie tief das Legouniversum mittlerweile geht, Apoca-, und Prepperlego kann man mal googlen, ging es vor allem um die Frage, wie man dieses positive Image und die weite Verbreitung als Marke zu Nutzen machen kann. Erster Tagesordnungspunkt sensibilisieren hat schon mal geklappt.

Die folgende Stunde wurden uns zahlreiche Cases präsentiert in denen Lego für die Unternehmenskommunikation eingesetzt wurde. Ob als Projektmanagementkalender oder Tattoofläche die Einsatzbereiche waren vielfältig. Aber warum eignet ist Kommunikation mit Lego momentan so erfolgreich?

Generell gilt das, vor allem in den sozialen Netzwerken, Bauspielzeug mehr Aufmerksamkeit erzeugt als klassischer Content. Bei Bricktopia haben sie da tatsächlich auch ordentlich gemonitort in dem sie gleich Motive gespielt haben, mit dem Unterschied, dass es eine Variante aus Lego gebaut gab. Guess what, die Lego Variante erzeugte mehr Aufmerksamkeit und Interaktionen. Was genau dafür die Ursache ist wurde bisher noch nicht untersucht, aber vermutlich findet sie sich in der großen Bekanntheit und Beliebtheit von Lego.

Die Einsatzmöglichkeiten die Lego bietet sind vielfältig. Vom „simplen“ Nachbau einer Szenerie bis zum Serious Play oder dem Rapid Prototyping ist alles möglich. Auch Lego hat sich, zumindest teilweise an die „ernsthafte Verwendung“ seines Spielzeug angepasst. So gibt es seit kurzem das Lego Architecutre Studio welches sich, wie der Name schon verrät, an Architekten richtet.

In eine ähnliche Richtung geht ein von Oliver mitgebrachter Koffer. In diesem Koffer waren diverse Figuren, Teile und Zubehör die es ermöglichten eine Bürosituation detailliert in Lego nachzustellen. Diese Koffer gibt es je nach Rücksprache in verschiedenen vorsortierten Szenarien um den Einstieg in die Arbeit mit Lego zu vereinfachen.

Auch das Nachbauen mit Lego jetzt nicht die neuste Geschichte ist war der Vortrag trotzdem sehr Impulsreich und ich kann jedem mit einem gewissen Spieltrieb nur empfehlen sich das ganze einmal näher anzuschauen.

 

Fazit:

Community Camp 2015. Für mich hat es sich wieder gelohnt und ich komme nächstes Jahr gerne wieder. Die Möglichkeit der ungezwungenen Diskussionen, das Netzwerken alles passt. Für mich wohl der entscheidendste Faktor ist nicht mal das man vielleicht den neusten Kram von Experten präsentiert bekommt, für mich sind die Impulse die man innerhalb einer Session mitnehmen kann viel wertvoller.

Zum Schluss noch der dank an Michael (http://micialmedia.de/) für die Erlaubnis seine tollen Fotos benutzen zu dürfen und natürlich an die zahlreichen Sponsoren ohne sie wäre das Community Camp wohl nicht möglich. Und jetzt genug Text. 😉

 

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